Der Deutsche Verband Technischer Assistentinnen und Assistenten in der Medizin (dvta) kritisiert die Personalorganisation deutscher Klinikbetreiber.
"Immer häufiger stellen wir fest, dass in Krankenhäusern die Berufsgruppe der medizinisch-technischen Assistenten in Radiologie und Funktionsdiagnostik der Pflegedienstleitung unterstellt werden soll", so Andreas Pfeiffer, zuständiger Fachrichtungsvorsitzender des dvta. "Eine derartige Zuordnung stellt einen eklatanten Fehler der Klinikbetreiber dar, der im schlimmsten Fall zu einer Haftung wegen Organisationsverschulden führt."
Der rechtliche Hintergrund: medizinisch-technische Assistenten (MTA) dürfen gemäß § 9 Abs. 3 des MTA-Gesetzes nur auf Anforderung eines Arztes die ihnen vorbehaltenen Tätigkeiten ausüben. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, da MTA in der Radiologie über die Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, die ansonsten lediglich Radiologen und Medizinphysiker besitzen. "Die Pflegedienstleitung ist für den pflegerischen Bereich zuständig, sie ist weder befugt noch in der Lage, fachliche Weisungen in der Radiologie zu erteilen", so Pfeiffer. "Gerade um Patienten im sensiblen Bereich der Radiologie optimal zu versorgen, muss hier die Verantwortung bei fachkundigen Ärzten liegen."
"Auch für die Berufsgruppe der medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten gilt die gleiche Problematik", kritisiert Andrea Michelsen, Fachrichtungsvorsitzende des dvta für Laboratoriums- und Veterinärmedizin. MTLA sollen immer häufiger der Pflegedienstleitung unterstellt werden, obwohl auch ihre Tätigkeiten nur auf direkte Weisung eines fachkundigen Arztes ausgeübt werden dürfen. Dies wird insbesondere in den Gesetzen und Richtlinien zum Transfusionswesen (relevant zum Beispiel bei Blutgruppenbestimmungen oder Verträglichkeitstestung für Blutkonserven) und dem Infektionsschutzgesetz hervorgehoben. "Auch die Zuständigkeit in der Laboratoriumsmedizin muss bei fachkundigem Personal bleiben", so Michelsen.
Der dvta ist mit rund 20.000 Mitgliedern einer der größten Fachverbände in der Medizin. Er vertritt die Berufsinteressen der Medizinisch-Technischen Assistentinnen und Assistenten in Deutschland.
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dvta Andreas Pfeiffer
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Tel. (040) 2 35 11 70
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