Presse

Pressemeldung vom 21.03.2007

Deutscher MTA-Kongress in Kassel: Kritik an der Ökonomisierung des Gesundheitswesens

Anlässlich der Eröffnung des 14. Deutschen MTA-Kongresses in der Kasseler Stadthalle wird die wachsende Ökonomisierung des Gesundheitswesens kritisiert. "Wir müssen immer öfter feststellen, dass der Einzug wirtschaftlich effizienter Management-Strukturen in Krankenhäusern und Arztpraxen buchstäblich gesundheitsschädliche Auswirkungen hat", so Andreas Pfeiffer, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Verbandes Technischer Assistentinnen und Assistenten in der Medizin (dvta).

"Jeder kennt dieses Problem, aber keiner spricht darüber". Der dvta, Ausrichter des Deutschen MTA-Kongresses, kritisiert unter anderem den Einsatz kostenintensiver Medizintechnik, auch dann, wenn dies aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist. "Wenn eine Klinik erst einmal teure Geräte für Computertomographien (CT) angeschafft hat, dann müssen diese auch eingesetzt werden - sonst rechnen sie sich betriebswirtschaftlich nicht", erklärt Andreas Pfeiffer. CT-Untersuchungen bringen jedoch hohe Strahlenbelastungen für Patienten mit sich und sollten nur dann durchgeführt werden, wenn keine anderen Diagnoseverfahren zur Verfügung stehen.

Auch die Verabreichung qualitativ unterschiedlicher Medikamente an gesetzlich und privat Versicherte Patienten wird vom dvta angeprangert. "Bei gleichem Krankheitsverlauf erhalten Kassenpatienten zunächst günstige Pharmazeutika. Erst wenn deren Wirkung ausbleibt, wird der teurere, meist neuere Wirkstoff gegeben. Privatpatienten hingegen erhalten von vornherein den teureren Wirkstoff. Wir gehen hier in Richtung einer Zwei-Klassen-Medizin", kritisiert Pfeiffer.

Als Alternative zu Einsparungen bei der Patientenversorgung legt der dvta eigene Vorschläge für mehr wirtschaftliche Effizienz im Gesundheitswesen vor. So fordert der Verband eine Übertragung bürokratischer Verwaltungs- und Routinetätigkeiten von Ärzten an die medizinischen Fachberufe. "Schon jetzt wird die Leitung von Krankenhauslaboratorien gelegentlich von medizinisch-technischen Assistenten gestellt - allerdings ohne rechtliche Grundlage", berichtet Andrea Michelsen, Fachrichtungsvorsitzende des dvta für Laboratoriums- und Veterinärmedizin. "Hier wäre es ehrlicher die entsprechenden Gesetze zu ändern, um die Verantwortung an qualifiziertes Fachpersonal zu übertragen".

Vom 21. bis 23. März 2007 findet der 14. Deutsche MTA-Kongress in der Stadthalle Kassel statt. Zu Europas größter Fachveranstaltung im medizinisch-technischen Bereich werden rund 1.200 Teilnehmer in der nordhessischen Stadt erwartet.

Pressekontakt:
dvta Andreas Pfeiffer
Spaldingstr. 110 b
20097 Hamburg
Tel. (040) 2 35 11 70
E-Mail: andreas.pfeiffer@dvta.de

Zurück